SG Saartal II – VfLTrier 5:2 (3:1)

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Nächstes Waterloo für den VfL Trier

Quelle: fupa.net - Autor: Florian Jüngling | 15.11.2021

Wochenlang eilten sie in der Kreisliga B Trier/Saar von Sieg zu Sieg und schienen auf dem Weg zum Aufstieg kaum zu stoppen. Nun sind die Heiligkreuzer ins Straucheln geraten. Dem 2:7 beim SV Irsch folgte mit dem 2:5 gegen Saartal II die nächste Packung. Warum es aktuell nicht läuft beim Traditionsclub aus dem Trierer Süden, und wer bei der Bezirksligareserve der Held war.

Trotz etlicher Ausfälle – zu allem Überfluss hatte sich auch noch Tobias Klingenschmitt beim Warmmachen verletzt – wollte der VfL nach der 2:7-Demontage in Trier-Irsch gegen die Zweitvertretung der SG Saartal wieder zurück in die Erfolgsspur. „Wenn man aber auf sieben, acht Spieler verzichten muss, ist das nicht so einfach“, ließ VfL-Trainer Bilal Boussi nach der dritten Saisonniederlage seiner Mannschaft durchblicken.

Trotz der personellen Probleme startete der VfL auf dem Hartplatz in Ockfen vielversprechend und hatte gleich zwei dicke Chancen: Zuerst war es Simon Beiser, der Julian Zehren den Ball abnahm und frei auf den SG-Kasten zulief. Der Abschluss war dann etwas zu unpräzise für den starken Keeper Luca Pause. Dieser stellte auch in der anderen Szene sein Können unter Beweis, nachdem Mamadou Jallow sich auf der linken Seite durchgesetzt hatte. Nach Pass auf Ahmed Boussi fand dieser wiederum aus kurzer Distanz seinen Meister in Pause. Trainer Bilal Boussi haderte nach dem Spiel mit der Anfangsphase: „Wir hatten gute Chancen. Wenn wir die machen, läuft das Spiel auch anders“.

Anschließend erwachte die SG Saartal II. In der siebten Minute kam sie über den linken Flügel. Von dort ging die Flanke über alle VfL-Verteidiger hinweg und landete vor den Füßen von Philip Kramp – der den Ball platziert am kurzen Pfosten vorbei in die rechte Ecke zum 1:0 einschoss. Erneut glänzte dann Luca Pause, der zunächst einen Kopfball aus kürzester Distanz parierte (8.) und so den Ausgleich verhinderte, bevor er drei Minuten später einen raffiniert getretenen Freistoß von Felix Finkenberg fast von der Eckfahne aus abwehrte. Wieder schien die SG wie wachgerüttelt. Erneut kam der Ball von der linken Seite zu Philip Kramp: Aus 16 Metern platzierte er das Spielgerät wuchtig unter die Latte und ließ VfL-Keeper Philipp Schneider keine Chance (12.). „Wenn es dann mal 2:0 steht, ist es natürlich auch einfacher zu spielen. Wir wollten zunächst in den Zweikämpfen im Mittelfeld da sein. Das haben wir geschafft und auf einem Hartplatz ist es einfacher, ein Spiel zu zerstören“, sagte Philip Kramp im Anschluss.

Der favorisierte VfL hatte zwar mehr Ballbesitz, aber die Vereinigten aus Schoden, Ockfen, Irsch und Trassem waren vor dem Tor gefährlicher und kaltschnäuziger. Doch zunächst war der Gast an der Reihe: Nach einer Serie von Kopfstößen landete der Ball vor den Füßen Mamadou Jallows, der sich gut durchsetzte und Keeper Pause im Eins-gegen-eins keine Chance ließ (23.). Die SG erhöhte indes bereits in der 29. Minute auf 3:1. Erneut zeichnete sich der 26-jährige, früherer Saartaler Rheinlandligaspieler Kramp aus, indem er den Ball an VfL-Keeper Schneider vorbeilegte. Die Kugel rollte dann in aller Seelenruhe zunächst an den linken Pfosten, bevor sie die Linie kreuzte und in der rechten Ecke das Netz zum Wackeln brachte.

Die zweite Halbzeit begann ähnlich wie die erste. Man merkte, dass sich der VfL als Tabellenführer viel vorgenommen hatte, jedoch hatten die Hausherren etwas dagegen und standen defensiv stabil, während man vorne den einen oder anderen Angriff fuhr. Nach vier Minuten war es aber wieder Kramp, der nach Flanke von Jannik Schwarz sehenswert über den VfL-Keeper hinweg zum 4:1 traf (51.)

VfL-Trainer Boussi versuchte seine Mannen noch mal zu pushen („Auf!“ Alle!“ „Körpersprache!“). Doch die Trierer verloren in dieser Phase zunehmend die Kontrolle. So setzte Jannik Schwarz in der 65. Minute nach Vorarbeit von Alexander Fox mit dem 5:1 noch eins drauf. Dann war es immerhin VfL-Spieler-Co-Trainer Ahmed Boussi vorbehalten, mit dem Tor zum 5:2 den Schlusspunkt zu setzen (88.). Das Waterloo der Heiligkreuzer an der Saar war damit aber nicht mehr zu verhindern.

SG Saartal II: Luca Pause – Jan Gerhardt, Dominik Blau, Jörg Schu, Simon Erhard, Julian Zehren (55. Gero Müller), Philip Kramp (79. Dominik Marquenie), Tobias Zeimet (46. Julian Paulus), Jannik Schwarz, Benedikt Lui (74. Jeffery Aiken), Alexander Fox

VfL Trier: Philipp Schneider – Marco Neumann, Christopher Kunsmann, Daniel Pickenhahn, Nils Laros, Felix Finkenberg, Ricardo de Sousa (34. André Lenz), Simon Beiser (64. Hieu Hoang), Mamadou Jallow, Torben Weber (64. Philipp Herrmann), Ahmed Boussi

Schiedsrichter: Wolfgang Zerau (Trier) – Zuschauer: 75

Tore: 1:0, 2:0, 3:1, 4:1 Philip Kramp (7., 12., 29., 51.), 2:1 Mamadou Jallow (23.), 5:1 Jannik Schwarz (65.), 5:2 Ahmed Boussi (88.)

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